Gesundheit bewahren
Burnout - das Undenkbare ist möglich
Der Begriff „Burnout“ wurde in den letzten Jahren immer mehr zu einem Schlagwort. Schon lange ist Burnout von einer typischen Managerkrankheit zu einem Phänomen geworden, das quer durch alle Berufsgruppen, im privaten Bereich und in allen Gesellschaftsschichten zu finden ist. In Zeitschriften und Fernsehsendungen wird über diesen Begriff und seine gesundheitlichen Folgen geschrieben und diskutiert.
Die Mehrfachbelastung durch die komplexen Anforderungen von Beruf, Familie, die Pflege von Angehörigen und die hohen Erwartungen an sich selbst bringen immer mehr Menschen an den Rand der Erschöpfung.
Und es trifft oft die Engagierten, die Idealisten, diejenigen, die für etwas „brennen“.
Freudenberger, einer der ersten Experten auf diesem Gebiet beschreibt die Burnout-Symptomatik in zwölf Stadien, wobei diese nicht immer in der gleichen Reihenfolge auftreten müssen.
- Zwang, sich zu beweisen
- Verstärkter Einsatz
- Vernachlässigung eigener Bedürfnisse
- Verdrängung von Konflikten
- Umdeutung von Werten
- Verstärkte Verleugnung der auftretenden Probleme
- Rückzug
- Beobachtbare Verhaltensänderung
- Depersonalisierung / Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit
- Innere Leere
- Depression
- Völliges Burnout – Erschöpfung
Alarmsignale des Körpers wie Erschöpfung, Schlafstörungen, Gereiztheit und innere Leere sollten sehr ernst genommen werden. Aber es gibt auch Warnsignale, die oft nur sehr schwer erkennbar sind. Beispielsweise ist eine besonders negative Einstellung der eigenen Arbeit gegenüber genauso gefährlich wie das Gefühl, ständig Leistung erbringen zu müssen. Durch die digitalen Medien sind viele Menschen verführt, ständig erreichbar zu sein, Arbeit mit ins Wochenende oder gar mit in den Urlaub zu nehmen.
Fast jeder hat in unserer heutigen schnelllebigen Welt schon das ein oder andere Symptom von Burnout am eigenen Leib erfahren. Das muss aber nicht heißen, dass man bereits auf bestem Wege dahin ist. Aber es ist durchaus als Alarmzeichen zu verstehen, achtsam auf seinen Körper und seine Gefühle zu sein. Seien wir unserer inneren Weisheit dankbar, dass sie uns früh genug darauf hinweist, dass wir zu schnell und vielleicht in die falsche Richtung unterwegs sind.
Es sind oft schon die kleinen Dinge, die große Auswirkungen haben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, welchen Unterschied es ausmacht, in der Mittagspause schnell neben der Computerarbeit ein Brot zu essen, oder sich Zeit zu nehmen, einen Spaziergang zu machen und das Essen auf einer Parkbank mit Blick auf die Natur zu verzehren.
Entspannungstechniken, wie Meditation, Autogenes Training oder Muskelrelaxation sind genau so wichtig und effektiv wie regelmäßige Bewegung. Gerade bei sitzenden Tätigkeiten braucht unser Körper einen Ausgleich. Dies nicht nur um Schäden an der Wirbelsäule und an den Gelenken vorzubeugen, sondern auch um Stress abzubauen und den Kopf wieder frei zu bekommen.
Ein bedeutsamer Faktor ist auch, sich Zeit für sich und seine Hobbys zu nehmen. Das Gefühl, wieder mehr Raum für die eigenen Bedürfnisse zu haben und nicht jederzeit erreichbar zu sein, kann Wunder wirken. Genauso stärkend ist es, Zeit für die Partnerschaft und Freunde einzuplanen. Ein guter sozialer Rückhalt ist äußerst wichtig, um durch stressige Zeiten zu kommen.
Nicht zu vergessen ist, wie gravierend der Schlaf sich auf unser Wohlbefinden auswirkt. Gute Schlafgewohnheiten (vor Mittagnacht schlafen, nicht spät essen etc.) sind dabei ein wichtiges Thema.
Grenzen setzen und Nein sagen können, beugt dem Burnout vor oder hilft aus der negativen Spirale der Überforderung herauszukommen. Eigene Grenzen kennen und respektieren beinhaltet nicht nur eine gute Zeiteinteilung, sondern auch das Erlernen, sich gegen Anforderungen und Ansprüche von außen zu wehren.
Manchmal aber ist die Erschöpfung schon zu groß, um durch Selbsthilfemaßnahmen herauszukommen. Hilfe annehmen können, sei es von Freunden oder von professioneller Seite ist hier entscheidend.
Aus meiner beruflichen Praxis aber auch aus meinem privaten Umfeld weiß ich von Betroffenen, dass ein Burnout im Endeffekt eine sehr schmerzliche aber auch lehrreiche Erfahrung ist. Neben anderen unterstützenden Faktoren, ist eine gute Begleitung über längere Zeit essenziell. Wichtig ist es, sich, im Sinne der Logotherapie und Existenzanalyse, dem Leben wieder zuzuwenden, aus der Erschöpfung herauszukommen und alte krankmachende Muster zu verändern.
Aus einer schmerzhaften Erfahrung kann so ein Wendepunkt entstehen, an dem alte Muster geändert werden, alles neu geordnet wird und in der Folge ein sinn- und werteerfülltes Leben glücken kann.
Mag. Sigrid Dornetshuber
Diplom-Lebensberaterin in Logotherapie & Existenzanalyse
Kinesiologin
Arbeitet in der Erwachsenenbildung und in freier Praxis
Seit 1997 Beschäftigung mit Kinesiologie und Energiearbeit
2004 Ausbildung Lebens- und Sozialberaterin
2012 Diplom Expertin für Burnout- und Stressprävention
Rupprechterstraße Nr. 62
5020 Salzburg
Tel.: +43 662 660614
Mail: sigrid.dornetshuber@gmx.at
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