(Un)- bewusst-Sein
Lange bevor unser Frontalhirn, unser denkendes Gehirn so richtig in die Gänge kommt, etwa ab unserem 10. Lebensjahr, leben, denken, erfahren und speichern wir unser Leben in wesentlich anderen Bereichen unseres Gehirns. Und das sehr komplex: wir schaffen dies, indem wir Sinninhalte, Sinnerfahrungen, Gefühlskräfte quasi in inneren Bildern verdichtet speichern.
Als Erwachsene haben wir, wenn wir an unsere Kindheit denken, vor allem Bilder vor Augen, die uns spüren, nachspüren lassen. Ein kleines Beispiel: Ein Küchenduft, „das riecht ja wie zuhause ...“, und schon sind wir im Gefühl wie damals wohlig geborgen, es ist „da“ mit allem was dazu gehört, wie damals ...
In der Pubertät vollzieht sich ein Wandel, oft ein sehr dramatischer, mit dem Ergebnis, dass sich die meisten danach auf ein „kopfgesteuertes Leben“ hin ausrichten. Unser Denken denkt uns, unsere inneren Bilder sprechen bestenfalls noch in unseren Träumen zu uns, die wir oftmals nicht verstehen, uns eher belasten.
Was ist passiert. Ganz einfach. Wir verstehen unsere Muttersprache nicht mehr und haben für viele Eindrücke, Gefühle, Wahrnehmungen usw. nicht mehr die passenden Wörter parat. Wir stehen vor einem vergleichbaren Problem, das wir haben, wenn wir versuchen wollten, ein Gedicht in eine Fremdsprache zu übersetzen.
Unser Gehirn und unser Körper bilden eine Einheit, die zu allererst versucht, uns zu helfen, selbstgesetzte Ziele zu erreichen. Unser Organismus arbeitet sehr ökonomisch, das heißt, er setzt Prioritäten, alles was unserem Ziel nicht dienlich ist, wird zurückgesetzt, reduziert.
Da wir denkende Menschen sind, haben unsere Gefühle das Nachsehen. Sie werden nicht wahrgenommen, benannt und sind kognitiv nicht präsent. Aber es gibt sie und unser Körper nimmt sie auf, wie ein Schwamm. Er saugt sie auf, um den Denkprozess nicht zu stören. Irgendwann ist sein Fassungsvermögen erschöpft. Aus irgendeiner Pore dieses Schwammes dringt dann der erste überschüssige Tropfen heraus. Es ist nicht mehr zu übersehen, dass der Schwamm nun nass, schwer triefend ist. Also ausdrücken und wegwischen. Allmählich saugt sich dieser Schwamm immer schneller voll …, und irgendwann gelingt es uns nicht mehr, das Ausgelaufene schnell genug wegzuwischen. Wir bekommen „nasse, kalte Füße“ in dieser Welt.
Wir werden anfällig für Krankheiten, sind wenig belastbar, werden von Symptomen wie Herzstolpern, Beklemmungen, Schlaflosigkeit und noch vieles mehr gequält und zermartern uns den Kopf mit der Frage nach den Ursachen, mit der Frage nach dem Sinn.
Die Sehnsucht nach einem sinnerfüllten Leben wird wach. Und ich denke vielleicht:
“Manchmal bin ich MEINEM Bild ganz nahe, dann habe ich das Gefühl, es stimmt. Dann höre ich (auf) mich, verstehe mich und bin ganz bei mir.“
Das Zusammenführen vor allem unseres kognitiven Denkens mit der Sprache unseres Unbewussten, sodass ein Verstehen resultiert, ist möglich, war immer schon ein Anliegen und man kann diesen Prozess gezielt fördern.
Wir bieten dazu im Institut für Logotherapie & Existenzanalyse in Salzburg Ausbildung und Persönlichkeitsentwicklung an.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Ihre
Dr. Ruth Hackmack-Eder
Dr. Ruth Hackmack-Eder
Wahlärztin / Psychotherapeutin
Institut für Logotherapie & Existenzanalyse
Berchtesgadner Straße 11
5020 Salzburg/Gneis
Vor dem Schiferplatz 24a
4070 Eferding/O.Ö.
www.hackmack-eder.com
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